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"Kontrolliertes" Trinken | Drucken |  E-Mail

Ich habe jetzt seit Dezember nicht mehr getrunken. Ich bin 47 Jahre alt, Englischlehrer in einer kleinen Stadt in  einem arabischen Land. Ich wohne in einem Haus mit 16 anderen Lehrern zusammen. Nach Afrika bin ich gekommen, weil ich in Amerika ganz übel vom Alkohol niedergeschlagen worden war. Ich habe alles verloren, meine Nüchternheit, AA-Freunde, Familie, Haus, Auto, Hund, Respekt, Würde und Vertrauen. Ich war geschlagen und der Alkohol hatte mal wieder gewonnen.

Meine Ex-Frau und ich waren zu Meetings gegangen, hatten Dienste in AA übernommen und lebten im AA-Stil. Meine Eltern sind trocken und die meisten Menschen, mit denen wir zu tun hatten auch. Im Januar vor fünf Jahren hatten wir beschlossen, wieder zu trinken. Wir haben das unserer AA-Gruppe angekündigt, bevor wir tranken. "AA war grossartig für uns, aber wir haben uns für einen anderen Weg entschieden, einen Weg mit mässigem Trinken". Wir besprachen das mit unseren Sponsoren in AA, und wir sind sogar mit der Sponsorin meiner Ex essen gegangen und haben in ihrem Beisein getrunken! Unser Plan war einfach, das AA Programm zu nutzen, um verantwortungsvoll zu trinken. Alle Weisheit und alles Wissen in AA würde für uns wirken, weil wir so viel Nüchternheit und Reife hatten, unsere Leben waren stabil, wir waren finanziell sicher, was konnte also schiefgehen? Ausserdem konnten wir ja jederzeit zu AA zurückgehen, wenn es nicht funktionierte. Ich war 17 Jahre trocken und sie 18 Jahre. Ich brauchte zwei und ein halbes Jahr bis zu meinem Ende.

Im August des folgenden Jahres wurde ich wiedergeboren. Es ist ein merkwpürdiges Ding zu sterben und lebendig das eigene Ende mitzuerleben. Meine Nachbarn, die 23 Jahre Arbeit an meinem Haus, der Geruch meines Hundes, das Lächeln und Nicken meiner Frau, mein Sohn und seine neue Frau, alles war nun weg. Weg für immer. Weil ich mich für den Alkohol entschieden hatte. Ich ging mit eingekniffenem Schwanz zu meinem Sponsor zurück und wir hatten lange, lange Gespräche in einem Cafe. Ich ging zu meiner Freitagsgruppe zurück. Da waren viele neue Gesichter, aber noch immer das Gefühl, dazuzugehören. Ich liebe das Gefühl zu AA zu gehen und zu wissen - ganz egal, was in meinem Leben schiefgeht, es ist OK für die Zeit, die ich hier bin. Wir sind die Gewinner, wir leben, wir kommen wieder, wir trinken einfach nicht und alles scheint gutzugehen. Und mein Leben kam wieder in die Spur. Ich spürte die Veränderung und hatte nichts mehr, was mich in Amerika festhielt. So nahm ich den Job in Afrika an und kam im letzten August hier an.

Das war eine spannende Veränderung für mich. Ich war trocken, in einem neuen Land, keine Freunde, Familie oder Ehefrau, die mich beinflussten. Ich war das erste mal ganz mein eigener Herr. Was für eine grossartige Zeit! Ich fing an, mich mit meiner neuen Umgebung und meiner neuen Arbeit zu arrangieren. Mein Arbeitskollege trinkt, aber sein Vater ist in AA, so nahm ich an, er hat Ahnung vom Programm. Ich hing viel mit ihm herum und wir trafen uns meistens bei ihm in unserem Gebäude. Wir erzählten uns die alten Saufgeschichten und es war lustig ... wenigstens am Anfang. Dann begann er an meiner Trockenheit zu knabbern. Mit einem praktizierenden Trinker herumzuhängen ist nicht gut für mich. Trinker sind wie Krabben in der Falle, die die entkommenden Artgenossen zurück in die Falle ziehen. Ich musste es auf die harte Weise lernen. Ich trank auf einer Fahrt nach Indien.

Aber hier bin ich wieder. Trocken seit Januar und bei AA.

(aus dem Amerikanischen - eigene Übersetzung)

 
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